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Geschichte

des Dombauverein von 1856 bis 2009

Die Idee zur Erhaltung des Wormser Domes über einen Dombauverein Mitglieder und Sponsoren zu gewinnen, ist nicht neu, kam 1999 bei der Gründung des heutigen Dombauvereins nicht zum ersten Mal auf. Schon zweimal wurde sie in die Tat umgesetzt, schon zweimal gab es einen Dombauverein in Worms.

1856 warb ein vorläufiges Komitee für die Gründung eines Dombauvereins. Am 31. Juli 1856 veröffentlichte das Komitee die Statuten des Dombauvereins. Mitglieder sollten einmalig 10 Gulden und monatlich 6 Kreutzer für fünf Jahre leisten. Auf der Gründungsversammlung wählte man einen Vorstand: Die Herren Pfannebecker, Sänger, Reuß, Dr. Wiegand, A.J. Betz, Muth, Fr. Valkenberg, J. M. Lentz stellten sich für die Vorstandsarbeit zur Verfügung. Am 12. Dezember erließ der Vorstand einen Aufruf an die Bevölkerung, den Erhalt des Domes zu unterstützen, ihn vor dem Einsturz zu bewahren. Dabei wiesen sie auf das „Alterthum“, die „geschichtliche Merkwürdigkeit“ und den „Kunstwerth“ des Domes hin und bezeichneten ihn als „erhabenes Denkmal deutscher Nation, deutscher Ehre, Deutscher Kund und deutschen Sinnes, kurz als deutsches Nationalheiligthum“. Auf Betreiben Bischof Kettelers, der den Dombauverein in Worms mit anregt hatte, wurde auch die Konkurrenz, ein Mainzer Dombauverein, gegründet. Bischoff Ketteler ordnete aber an, dass in Worms der Hirtenbrief zur Unterstützung des Mainzer Dombauvereins nicht verlesen werden solle. Am 1. Dezember 1860 gab der Wormser Dombauverein erste Rechenschaft. Nach den Vorplanungen standen Baukosten in Höhe von 56.500 Florin an. Dem Dombauverein standen 23.124 Fl. 21 Kr. zur Verfügung, so dass noch 35.375 Fl. 39 Kr. fehlten. Der sich daraus ergebende Spendenaufruf schloss mit dem Satz: „Wohltäter, edle Menschenfreunde nah und fern, insbesondere ihr alle, die ihr Worms bewohnt und den Dom Euer Eigen nennet, helfet uns und verlasset uns nicht in kritischer Zeit“.

In der Folgezeit gab es verschiedene Initiativen den Erhalt des Domes zu sichern. So fertigte Leutnant Christian Bechtold vom 1. Infanterieregiment der Wormser Garnison einen Stadtplan her, dessen Verkaufserlös dem Dom zu Gute kommen sollte. Zweimal wurden Lotterien zugunsten des Domes veranstaltet. Spenden von nah und fern waren zu verzeichnen, wobei 5.000 Fl. des österreichischen Kaisers besonders erwähnt werden. In den siebziger Jahren findet der Dombauverein in den kirchlichen Blättern keine Erwähnung mehr; seine Tätigkeit scheint um diese Zeit zum Erliegen gekommen zu sein.
Der zweite Vorgänger unseres Dombauvereins sollte im Jahre 1951 erstehen. Auf Betreiben der „bischöflichen Behörde“ erließ der damalige Propst Martin Gremm einen Aufruf zur Erhaltung des Domes durch Gründung eines Dombauvereins. Er führte dabei besonders die bestehenden Schäden auf, auch wenn unter seinem Vorgänger, Propst Daus, schon viele Kriegschäden behoben werden konnten. Propst Gremm erließ seinen Aufruf allerdings unter Bedenken, wenn er formulierte: „Nur schweren Herzens gebe ich Ihnen dieses Schreiben in die Hand, weil ich weiß, wie stark Sie bereits beansprucht sind und wie teuer die Lebenshaltung geworden ist. Wenn ich es dennoch tue, dann nicht nur im Gehorsam gegen meinen Bischof…. Ich weiß, dass es bei den augenblicklichen unsicheren wirtschaftlichen Verhältnissen schwer ist, sich auf längere Sicht mit einem bestimmten Monatsbeitrag festzulegen….“

In den Akten der Dompfarrei sind heute keine Unterlagen über diesen zweiten Dombauverein mehr zu finden. Vermutlich blieb die zaghafte Gründung in den Kinderschuhen stecken.

Dem nun zehn Jahre alten dritten Dombauverein wünscht man mehr Ausdauer und Erfolg.

Wilhelm Neuß, Oberbürgermeister a.D.