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18.06.15 - Wormser Zeitung

15.08.2016 - Wormser Zeitung

Von Beate Harthausen

Gibt es etwas Schöneres, als in einer lauen Sommernacht einen gemütlichen Abend bei einem guten Glas Wein in historischem Ambiente zu erleben? Dies dachten sich wohl auch die Besucher von „4 Türme… 4 Winzer… 40 Weine“ am Freitagabend. Sie nutzen die Gelegenheit, sich zu verwöhnen, Freunde zu treffen und gleichzeitig etwas Gutes zu tun.

Zum 12. Mal hatte der Dombau-Verein Worms zu diesem Weinmeeting in den Kreuzgang des Andreasstiftes (Museum) geladen. Mit einem einmaligen Eintrittsgeld, das komplett in die Kasse des Dombau-Vereins fließt, standen den Gästen unbegrenzte Wein- und Schokoladenfreuden offen.

Photo: photoagenten/Ben Pakalski


Ebenfalls seit vielen Jahren stehen vier Winzer parat, je zehn Sorten Wein auszuschenken – natürlich ohne dem Dombau-Verein die Kosten in Rechnung zu stellen, damit für das Wormser Wahrzeichen auch wirklich etwas hängen bleibt. Mit den Weingütern Boxheimerhof, Klosterhof und Ludwig Weinmann kamen gleich drei der Winzer aus Worms-Abenheim. Sie boten aus ihren Lagen rund um den Klausenberg Spezialitäten wie „Riesling vom Brummelochsenboden“, „Cuvée 18 16“ oder „Anna Maria Rotwein Cuvée“ an. Als vierter Winzer präsentierte das Weingut Feth-Wehrhof aus Flörsheim-Dalsheim neben seinen Weinen den Secco mit dem besonderen Namen „Zauberflöte“ an.

Wie es sich für eine Weinprobe gehört, konnte mit Brot und Wasser der Geschmack der vorigen Probe neutralisiert werden. Damit der Wein nicht zu lustig machte, servierte das Lokal „Ambiente“ eine delikate Auswahl italienischer Antipasti. Als Nachtisch lockten süße Naschereien mit Namen, die schon beim Aussprechen auf der Zunge zergehen wie Chili-Himbeer-Mandel oder Erdbeer-Flocken. Dr. Udo Rauch, Vorsitzender des Dombau-Vereins Worms freute sich über die zahlreichen Gäste. Er berichtete, dass der diesjährige Erlös in die Anschaffung der fünf neuen Glocken für das Domgeläute fließen werden. Zum großen Domjubiläum im Jahr 2018 soll das einstige mächtige Geläut wiedererschallen. Jedoch, so Rauch, nicht mehr mit 16 Glocken wie vor dem großen Stadtbrand im Jahr 1689 wie im Wormser Stadtarchiv nachzulesen ist, sondern mit acht Glocken. Ein kleines Quiz rund um den Dom mit Fragen zum Domgründer Bischof Burchard, der aktuellen Glockenanzahl und dem Künstler des barocken Hochaltars vereinte die Besucher in lustigen Raterunden. Mit Evergreens und Swing – mal instrumental, mal gesungen – untermalte das Duo „Café Chez Nous“ mit Michael Tropf (Saxophon) sowie Richard Waltner (Gesang, Kontrabass) das Erlebnis und sorgte für den mediterranen Flair, der von der besonderen Beleuchtung des Kreuzganges hervorgerufen wurde. Eigentlich ein gemütlicher Abend, wenn es nicht ab und zu diese Stechmücken gegeben hätte, die sich ebenfalls am Wein im menschlichen Blut erfreuten.