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17.10.2015 - Wormser Zeitung

Süße Glocken für den Dom in Worms

Von Johannes Götzen

Die jüngste Aktion des Dombauvereines stößt auf große Resonanz: Das Geläut des Domes soll erweitert werden. Bislang sind es lediglich drei Glocken, die seit 1949 zu den Gottesdiensten rufen. Weil das Geld knapp war, wurden sie zudem aus billigerem Material gegossen, in dem es keinen Anteil an Zinn gab. Jetzt sollen fünf weitere Glocken hinzukommen.

„Es bedarf einer großen Anstrengung“, ist sich der Vorsitzende des Dombauvereines, Dr. Udo Rauch, natürlich bewusst. Zumal der Verein dieses Projekt bis spätestens 2018 umgesetzt haben möchte: Denn dann jährt sich die Weihe des Kaiserdomes zum tausendsten Male. Aber der Verein ist zuversichtlich, dass dieses Ziel erreicht wird. Die bisher eingegangenen Spenden und Spendenzusagen ließen diesen Optimismus zu. Angesichts der Größenordnung des Projektes sei aber eine breite Unterstützung notwendig, weiß Vorsitzender Rauch. Insgesamt müssen 240 000 Euro investiert werden, damit ab 2014 dann insgesamt acht Glocken in den Domtürmen hängen können. Lauter wird es deshalb im Übrigen nicht werden. Dafür sorgen unter anderem sogenannte Schallläden, die die Domgemeinde jetzt gerade in Auftrag gegeben hat.
Provisorium beenden

„Süße“ Unterstützung für das Projekt kommt aus der Horchheimer Scheune. Dort produziert Konditormeisterin Tanja Emler-Rupp Glocken aus Schokolade, die in Handarbeit „geschminkt“, also verziert, werden, wie sie betont. Vom Verkaufspreis der aus reiner Kuvertüre hergestellten Glocken (die kleinen 4,20 Euro, die großen 7,25 Euro) gehen jeweils 50 Cent an den Dombauverein. Dessen Geschäftsführerin Iris Muth spricht gerade jetzt in der Zeit vor Weihnachten noch gezielt Unternehmen an, die durch die Abnahme größerer Mengen das Glockenprojekt ebenso unterstützen könnten.

Foto: pa/Andreas Stumpf

Die kleine, süße Variante der Domglocken kann man in der Horchheimer Scheune bei Konditormeisterin Tanja Emler-Rupp (l.) erwerben und damit auch einen Beitrag für die neuen Glocken im Dom leisten, für die der Dombauverein mit seiner Geschäftsführerin Iris Muth derzeit sammelt.

Derzeit ist Iris Muth vor allem mit der Organisation des „Marktes für Exquisites“ beschäftigt, der am 7. und 8. November wieder auf dem Schlossplatz stattfinden wird. Er genießt nicht nur bei den Besuchern einen guten Ruf, sondern auch bei den Ausstellern, die sowohl aus Worms und der Umgebung als auch aus der ganzen Republik angereist kommen. Auch er findet zugunsten des Glockenprojektes statt. Denn es soll nicht „nur“ ein besonderes Geburtstagsgeschenk an den Dom sein, sondern im Grunde das seit mehr als 60 Jahren währende Provisorium endlich beenden.