Kontakt Impressum

13.07.2011 - Wormser Zeitung

14.04.2011 - Wormser Zeitung

06.05.2011 - Wormser Zeitung

Restauratorin kommt zum Heiligen

Von Johannes Götzen

Statue des Joachim wird im Seitenschiff aufgearbeitet / Hector-Stiftung gibt 200 000 Euro für Fenster

An einem herrlichen Tag wie gestern ist es schlicht zu hell im Dom. Hinter dem prächtigen Barockaltar von Balthasar Neumann fällt das derzeit besonders auf, weil nach der Sanierung der Ostfassade auch der Schmutz von Jahrzehnten von den Fenstern gewaschen wurde. Derzeit wird hier regelrecht experimentiert, mit verschiedenen Gläsern und Farbschattierungen. „Wir lassen uns aber an dieser besonders sensiblen Stelle lieber mehr Zeit“, erläuterte Dompropst Engelbert Pries den Mitgliedern des Dombauvereines bei deren jüngster Generalversammlung am Mittwochabend im Liobahaus. Es werde folglich noch weitere Muster geben, deren Wirkung man sich ansehen wolle.

Neue Fenster sollen für besseres Kirchenlicht sorgen

Für die derzeit noch farblosen Fenster in den Seitenschiffen gibt es bereits eine Lösung, und das schon länger. Im nördöstlichen Seitenschiff kann man ein Musterfenster sehen, ähnlich sollen die anderen auch gestaltet werden, damit sich ein Gesamtbild ergibt. Bewusst hell, also nicht so farbintensiv wie die anderen Fenster, solle es werden, so Propst Pries. Im südöstlichen Seitenschiff kann es jetzt sogar mit der Umsetzung losgehen, konnte der Vorsitzende des Dombauvereines, Dr. Udo Rauch, vermelden. Es sei ihm gelungen, die renomierte Hector-Stiftung aus Weinheim als nächsten Großsponsor zu gewinnen. Die Stiftung des SAP-Mitbegründers Hans-Werner Hector wolle die stolze Summe von 200 000 Euro einbringen, womit die sechs Fenster im südöstlichen Seitenschiff nach dem vorhandenen Gestaltungsplan angeschafft werden können, freute sich der Vorsitzende.

Damit kann der Dombauverein schon lange vor Jahresmitte eine stolze Bilanz vorweisen. Denn, wie berichtet, konnte auch für die Restaurierung des Heiligen Joachim ein Sponsor gefunden werden. Der wollte zunächst eigentlich ungenannt bleiben, doch wusste Dombauvereins-Vorsitzender Dr. Rauch die Wormser Unternehmerfamilie Knies zu überzeugen, sich sozusagen zu „outen“. Schließlich sei dies ein ganz hervorragendes Beispiel von Bürgerengagement und motiviere vielleicht den ein oder anderen zur Nachahmung.

Dombauverein sucht Nachahmer für Spenden

Solche Nachahmer braucht der Dombauverein nämlich weiter. Zum einen wäre da als nächstes die Statue der Heiligen Anna. Anna und Joachim gelten als die Eltern Mariens. Der Joachim wurde inzwischen von seinem angestammten Platz an einer der großen Säulen im Mittelschiff abgenommen. Er wird aber nicht zur Restauratorin gebracht, diese kommt zu ihm: um den Transport zu vermeiden, wird die Heiligenfigur in einem der Seitenschiffe bearbeitet. Propst Pries berichtete, dass sich herausgestellt habe, dass die Figur aus fünf bis sechs großen Holzteilen zusammengesetzt wurde, was vorher so nicht bekannt war. Feststellen musste man zudem, dass die Heiligenfigur genau wie das Chorgestühl, irgendwann einmal mit einer Art Lack behandelt wurde, weshalb sie heute so dunkel wirke. Die Fachleute hoffen, dies ähnlich wie im Chorgestühl wieder beheben zu können. Bis Sommer soll die Restaurierung abgeschlossen sein.

Die nächste große Veranstaltung des Dombauvereines wird das „Weinmeeting“ im Kreuzgang des Andreasstiftes am 22. Juni sein, bewusst später im Jahr, dafür aber hoffentlich bei angenehmeren Temperaturen. Wiederholt werden soll nach der gelungenen Premiere 2010 voraussichtlich im August das Benefiz-Golfturnier und im Dezember kommt erneut das Landespolizeiorchester.

Um einen Transport zu vermeiden, restaurieren Katharina Teile (li.) und Isabelle Kollig die Figur des Heiligen Joachim im Dom. Foto: pa / Schmitz